Damit wird für bis zu 44.000 VorarlbergerInnen ihr Arbeitsplatz mit dem Fahrrad leichter erreichbar. Beide Marktgemeinden zeigen hohe EinpendlerInnenzahlen und haben damit hohes Potenzial für eine Verkehrsmittelverlagerung: „Gerade angesichts der Klimakrise ist es entscheidend, dass uns die Mobilitätswende gelingt. Das Fahrrad als Verkehrsmittel ist dafür bestens geeignet. Wenn wir wollen, dass mehr Menschen darauf umsteigen, müssen wir hervorragende Infrastruktur anbieten. Es ist eine große Freude, dass wir hier mit dem Radweg entlang des Lustenauer Kanals einen großen Schritt weitergekommen sind“, so Landesrat Rauch. Die neu gesteckten Mobilitätsziele des Landes visieren einen Radverkehrsanteil von 21 Prozent bis 2030 an – eine Steigerung von 5 Prozentpunkten im Vergleich zum Ist-Zustand.

„Als Radfahrerin oder als Radfahrer wollen wir nicht nach langen Umwegen, verschwitzt und eventuell noch verdreckt von einer Schotterstraße an unserem Arbeitsplatz ankommen“, betonte Landtagspräsident Sonderegger: „Der neue Radweg ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie das bestehende Angebot so verbessert werden kann, dass nicht nur einige wenige Überzeugte gerne das Auto in der Garage lassen werden.“

Bürgermeister Harald Köhlmeier würdigte auch die Bereitschaft der betroffenen Betriebe zur Unterstützung des Projekts: „Wir mussten für das Projekt auf ganzer Länge Grund ablösen. Die Betriebe, die vom Radweg natürlich deutlich profitieren, waren hier sehr unterstützend tätig. Das Ergebnis kommt nicht nur ihren MitarbeiterInnen, sondern auch unserer ganzen Bevölkerung zu Gute. Wir können nur einladen: Auto stehen lassen und mit dem Rad oder E-Bike den neuen Weg erkunden.“

Auch die Gemeinde Fußach hat das Projekt nicht nur finanziell unterstützt: „Wir arbeiten gerade an einem neuen Mobilitätskonzept für unseren Ort. Dabei setzen wir auf attraktive Alternativen zum motorisierten Verkehr. Das gemeinsame Projekt mit Hard ist eine erste große Maßnahme, die wir umsetzen können“, berichtete Bürgermeister Blum.

Alle Qualitätsstandards für moderne Alltagsradwege berücksichtigt

Die gemeinsame Anlage für Freizeit- und Radverkehr bietet hohe Qualität, ein Landschaftserlebnis, direkte Verbindungen, sicheres Radfahren – auch nebeneinander und in Gruppen - und entspricht allen Qualitätsstandards für moderne Alltagsradwege: 3,5 Meter breit, abseits des Autoverkehrs geführt und damit auch abseits von Lärm und Abgasen. Er ist durchgehend asphaltiert, beleuchtet und ganzjährig befahrbar: Über 1,6 km führt der neue Weg von der Kreuzung L202/Neulandstraße bei der Dornbirner Ach-Brücke entlang des Lustenauer Kanals bis auf Höhe des Alplawerks in Fußach, dann weiter entlang der bestehenden Weganlage zum Lustenauer Bahnhof. Im Zuge des Projekts wird auch eine neue Brücke für FußgängerInnen und Radfahrende über den Lustenauer Kanal errichtet.

Natur- und Hochwasserschutz im Einklang

Besonders großer Wert wurde dabei auf die Abstimmung mit Naturschutz und Hochwasserschutz gelegt: Nur die Unterquerung der L202 im Bereich des Vorlandes der Dornbirner Ach wird bei Hochwasser überflutet. Als Ausgleichsmaßnahme für die Versiegelung der Bodenflächen wurde ein Biotop an den Lustenauer Kanal angeschlossen, ein Fichtenforst renaturiert und in die Riedlandschaft integriert – LR Rauch: „Davon profitieren neben Fischen auch Eidechsen, Enten und Niederwild“.

Die Gesamtkosten für den Neubau belaufen sich auf 2,7 Millionen Euro excl. Grundablösen. Bis zu 50 Prozent der Kosten werden unterstützt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums sowie durch klimaaktiv mobil im Rahmen der Klimaschutzinitiative des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus. Auch das Land sowie die Gemeinden Hard und Fußach sind finanziell beteiligt.

 

 

 

Quelle: VLK