Auf das Schärfste verurteilt die Journalistengewerkschaft in der GPA-djp das jüngste Attentat auf eine Journalistin in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica. Olivera Lakic ist unmittelbar vor ihrer Wohnung in den Abendstunden des Dienstags angeschossen und schwer verletzt worden. Glücklicherweise ist sie außer Lebensgefahr. Olivera Lakic ist eine Aufdecker-Journalistin der Tageszeitung Vijesti, an der auch der österreichische Styria-Konzern Anteile hält. Lakic‘ Berichte haben vor allem die mafiösen Strukturen bis in höchste Staatskreise zum Inhalt.

„Es ist nicht das erste Attentat auf kritische JournalistInnen in Montenegro“, sagt Ute Groß, stellvertretende Vorsitzende der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp. „Das ist kein Fall innerstaatlicher Sicherheitsbehörden, keine Ermittlung gegen Unbekannt“, so Groß weiter. „Hier ist die Pressefreiheit massiv unter Druck.“ Nicht zuletzt habe die Fülle rüder Reden von Politikern im montenegrinischen Wahlkampf in den vergangenen Monaten die Stimmung aufgeheizt.

Das Attentat auf die montenegrinische Kollegin ist leider kein Einzelfall. Er erinnert nicht nur an die prekäre Situation in Montenegro, sondern mahnt auch zur Hellhörigkeit, wann immer und wo auch immer JournalistInnen und Medien Ziel von Angriffen werden – verbalen wie auch körperlichen. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Journalistengewerkschaft ausdrücklich, dass EU-Erweiterungs-Kommissar Johannes Hahn am kommenden Freitag die verletzte Journalistin im Krankenhaus besuchen will. Ein richtiges und wichtiges Signal.

 

 

 

 

Quelle: ÖGB