Mit der Fortsetzung ihrer bewährten Zusammenarbeit wollen Land und AMS Vorarlberg einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung der Coronakrise leisten. Das betonten Landeshauptmann Markus Wallner und Wirtschaftslandesrat Marco Tittler sowie AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter im Pressefoyer am Dienstag, 19. Jänner. Der Fokus wird weiter darauf gelegt, die berufliche Ausbildung von Jugendlichen sicherzustellen, die Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit zu verhindern und die Höherqualifizierung der arbeitslos Gemeldeten zu forcieren. Dafür erhöhen Land und AMS das Budget für arbeitsmarktpolitische Angebote um elf Millionen Euro auf insgesamt 59 Millionen Euro.

Corona hat die Arbeitslosenquote massiv steigen lassen. Derzeit sind in Vorarlberg rund 15.700 Personen arbeitslos gemeldet – um 58 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dementsprechend gilt es heuer, mit der Bekämpfung und Überwindung der COVID-Pandemie auch die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, so Wallner. „Gelingt das, dann besteht die Aussicht, in der zweiten Jahreshälfte wieder eine Trendwende zu erzielen. Unser Ziel ist es, die Arbeitslosenzahlen mit gezielten Unterstützungsleistungen schnellstmöglich wieder zu senken“, sagte er.

59 Millionen Euro für arbeitsmarktpolitische Maßnahmen
 
Damit sich die krisenbedingte Arbeitslosigkeit nicht verfestigen kann, startet Vorarlberg die bisher größte Joboffensive. Von den insgesamt 59 Millionen Euro, die Land und AMS für die Stabilisierung des Arbeitsmarktes zur Verfügung stellen, sind 24,3 Millionen für gemeinsam finanzierte Projekte bestimmt (17,6 Millionen AMS und 6,7 Millionen Land). Weitere 31,6 Millionen werden vom AMS für eigene Aktivitäten wie die Förderung der Beschäftigung, Qualifizierungsprojekte sowie gezielte Unterstützungsangebote eingesetzt. Vom Land Vorarlberg kommen zusätzliche 2,9 Millionen für verschiedene arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen hinzu.

Rund 3.000 Personen sollen von den gemeinsam finanzierten Projekten und Qualifizierungsmaßnahmen profitieren können, so Wallner.  Besondere Bedeutung misst er den Maßnahmen zur Weiterqualifizierung von arbeitslosen Menschen bei: „Sicher ist, es wird wieder der Zeitpunkt kommen, da vor allem gut ausgebildete Fachkräfte dringend gebraucht werden.“

Der Fokus der Vorarlberger Joboffensive liegt auf Jugendlichen, Personen ohne Berufsausbildung, auf Langzeitarbeitslosen sowie auf Personen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, erläuterte Landesrat Tittler. Die bewährten niederschwelligen Beschäftigungs- und Ausbildungsinitiativen Startbahn in Feldkirch und Bludenz, Werkstadt in Bregenz und Lustenau sowie Job Ahoi und Albatros in Dornbirn werden fortgeführt. Angebote für Junge Menschen mit Vermittlungshemmnissen werden deutlich ausgeweitet, um sie Schrittweise an einen Lehrabschluss heranzuführen.

Besonders am Herzen liegen Landesrat Tittler die Jugendlichen. „Das Potenzial junger Menschen optimal zu nutzen und ihnen eine zukunftsorientierte Ausbildung und damit eine positive berufliche Perspektive zu bieten, das ist und bleibt eines der obersten arbeitsmarktpolitischen Ziele“, betonte er. Daher halten Land und AMS trotz der Herausforderung Corona an der Beschäftigungs- und Ausbildungsgarantie fest. Jeder junge Mensch im Alter von 15 bis unter 25 Jahren, der länger als drei Monate ohne Arbeit ist, erhält innerhalb der nächsten drei Monate ein Beschäftigungs- oder Ausbildungsangebot.

„Der beste Jobmotor ist eine funktionierende Wirtschaft“, sagte Tittler. Bis die Konjunktur wieder Fahrt aufnimmt, gelte es über das im Zuge der Krise eingeführte Kurzarbeitsmodell möglichst viele Menschen im Job zu halten. Zugleich unterstrich auch Tittler die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Höherqualifizierung zu forcieren: „Schon jetzt haben wir die groteske Situation, dass trotz des angespannten Arbeitsmarktes in einzelnen Branchen händeringend nach Fachkräften gesucht wird.“

Auch das AMS setzt bei Bildung und Qualifizierung an. Die Strategie lautet „Bildung schafft Chancen“, erklärte Landesgeschäftsführer Bereuter. Dabei werde gleich zu Beginn der Arbeitslosigkeit auf die betroffenen Menschen zugegangen, um gemeinsam Möglichkeiten der Weiterbildung anzusprechen.


Quelle: VLK