TEHERAN. Aseman Airline steht in Europa auf schwarzer Liste unsicherer Fluggesellschaften.

 

Bei einem Flugzeugunglück im Südwesten des Iran haben am Sonntag 60 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder ihr Leben verloren. Von Teheran nach Jasudsch war die zweimotorige Maschine vom Typ ATR-72 der privaten Fluggesellschaft Aseman Airlines unterwegs. Jasudsch liegt etwa 500 Kilometer südlich von Teheran.

 

Bei Schneetreiben und heftigen Winden prallte die Maschine gegen den 4359 Meter hohen Mount Dena, der in der Einflugschneise zum 30 Kilometer entfernten Flughafen der iranischen Stadt liegt, und zerschellte. Sofort wurden alle Rettungskräfte in Alarmbereitschaft versetzt, wie der Chef des Katastrophenschutzes, Pirhossein Kuliwand, der Nachrichtenagentur Fars sagte. Es wurde noch zusätzlich ein Rettungshubschrauber losgeschickt, weil die Absturzstelle sich in einem schwer zugänglichen Gebiet in den Bergen befindet. Wegen dem rauen Wetter konnte der Rettungshubschrauber zuerst nicht landen, wie unter Berufung auf den örtlichen Leiter des Katastrophenschutzes mitgeteilt wurde.

 

Andere Beamte versuchten die Absturzstelle über die Straße zu erreichen. Es wurden auch 120 Rettungskräfte von der Hilfsorganisation Roter Halbmond geschickt und stellte für die Suche nach dem Wrack auch eine Drohne bereit, berichtete die Nachrichtenagentur Isna unter Berufung auf einen örtlichen Vertreter. Irans Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei sprach den Familien der Passagiere schon sein Beileid aus. Präsident Hassan Rouhani wies das Verkehrsministerium an, einen Krisenstab einzurichten, um die Unglücksursache zu klären.

Aseman Airlines gehört einem Pensionsfonds der Regierung und steht auf der schwarzen Liste unsicherer Fluggesellschaften der EU-Kommission. Die gestern abgestürzte Maschine war fast 25 Jahre alt und lag damit noch über dem Durchschnittsalter iranischer Flugzeuge, das bei knapp 23 Jahren liegt.

Letzter Absturz vor vier Jahren

Der letzte Flugzeugabsturz der iranischen Fluggesellschaften liegt vier Jahre zurück. Kurz nach dem Start in Teheran war eine Antonow 140 der Sepahan Airline verunglückt. Damals kamen 37 Menschen ums Leben.